Die fünf Elemente (fünf Wandlungsphasen: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) sind das Kernstück der chinesischen Medizin.

Die Lehre dieser ‚Fünf Elemente’ wurde vor über 2000 Jahren entwickelt und abgeleitet aus Beobachtungen der Natur und des Lebens. Die Jahreszeiten, das Klima, die Himmelsrichtungen, der Geruch, die Farbe, der Geschmack, Pflanzen und Tiere können in allen denkbaren Erscheinungen den fünf Elementen zugeordnet werden.

Dasselbe gilt auch für uns Menschen mit unseren Sinnen, Organen, Körperteilen, Ausdrucksformen, Erscheinungen, Emotionen, Fähigkeiten, etc. Jeder Mensch kann einer bestimmten Wandlungsphase als ‚Grundtyp’ zugeordnet werden. Wir besitzen aber auch Anteile von jedem anderen Element. Das macht uns einzigartig.

Die Fünf Wandlungsphasen sind stark miteinander verbunden. Ist der Energiefluss harmonisch, dann nähren und kontrollieren sie sich gegenseitig – und wir sind gesund. Kommt es in einem Element z.B. zu einem Stau, dann können die Elemente einander aber auch schwächen und schädigen – und wir haben Beschwerden und werden krank.

Das Element HOLZ / der Frühlung / der Neubeginn

Das Symbol des Holzes ist der Bambus. Er ist flexibel und beweglich im Wind. Im Leben eines Menschen sind der Wandlungsphase Holz die Geburt, die Kindheit und die Jugend zugeordnet. Die persönliche, geistige und seelische Entwicklung steht im Vordergrund. Wird die Entfaltung blockiert, so können Spannungen, Wut und Frust entstehen.

Ein ausgeglichener Holz-Grundtyp ist geduldig und nachsichtig mit sich und anderen. Er ist flexibel, tolerant und grosszügig. Er hat einen offenen Blick und den Mut Visionen zu verwirklichen. Er ist kreativ und bleibt auch in schwierigen Situationen gelassen und entspannt. Sein Denken ist zielorientiert und strategisch.

Im unausgeglichenen Zustand können Wirbelsäulenprobleme bestehen (= der Stamm ist in Schwierigkeiten). Gestaute Aggressionen können Nacken- und Rückenbeschwerden auslösen. Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden, Allergien, Heuschnupfen, Migräne, wandernde Schmerzen, Rheuma, Gicht, Gelenks- u. Muskelschmerzen können Thema sein.

Die Meridianfunktionen Leber und Gallenblase können die oben erwähnten Qualitäten oder Defizite eines Menschen positiv unterstützen.

Die Tugend des Holzes ist die Güte.

Das Element Feuer / der Frühsommer

Symbole für das Feuer: Hitze, Schwitzen, Baden, Ferien, leichte Kleidung, gute Laune, Aktivität, Begeisterung, Sonne, Blumen blühen. Wir leben die Phase des Höhepunktes unseres Seins. Die Kraft des Feuers breitet sich aus.

Der ausgeglichene Feuer-Grundtyp strahlt Ruhe und Harmonie aus und hat einen klaren, wachen Geist. Er kann Liebe empfinden, hat ein schönes, leuchtendes Gesicht und eine klare Sprache. Er ist intelligent, witzig und humorvoll und begeisterungsfähig. Ebenfalls liebt er geistreiche Kommunikation, er ist spontan und offen für Neues. Gedanken und Ideen werden aufgenommen und sortiert, sie bekommen ein Gesicht.

Ist der Feuertyp unausgeglichen, dann ist er nervös, schreckhaft, hat einen schwachen Blutkreislauf oder Herzprobleme. Sein Schlaf kann gestört sein, er schwitzt, sexuelle Kälte (das Feuer ist erloschen) stellt sich ein. Hautausschläge, Sprachstörungen, Fieber, schmerzende Gelenke sind symptomatisch. Wärme und Offenheit für andere Menschen fehlen.

Die Meridiane Herz (der Feuerprinz), Dünndarm, Herkreislauf, Dreifacher Wärmer beeinflussen die erwähnten Feuerqualitäten.

Die Tugend des Feuers ist die Ausstrahlung und die Intuition.

Das Element ERDE / der Spätsommer

Symbole der Erde: Boden, Mutter Erde, Verbindung zur Welt und zum Universum, die Mitte, Nebel, feucht, die Bäume verfärben sich, die Vögel sammeln sich, sportliche Aktivitäten bei angenehmen Temperaturen. Zwischen den Jahreszeiten sind jeweils 18 Erdentage, dies sind Momente des Innehaltens und der Sammlung, bevor die neue Phase beginnt. Das mittlere Erwachsenenalter leben wir in dieser Phase.

Ein ausgeglichener Erde-Grundtyp vermittelt Stabilität. Der Mensch wirkt gereift, ausgeglichen und beständig. Er ist gut genährt, hat Geschmack, ist gutmütig und fühlt sich überall zu Hause. Er kann anderen Menschen mitfühlend begegnen. Er hat ein gutes Gedächtnis und ist ein logischer, rationaler Denker.

Im unausgeglichenen Zustand können die verschiedenen Zyklen unseres Lebens unregelmässig sein (Schlaf, Essen, Menstruation, etc.). Die Nahrungsaufnahme ist gestört, Gewichtsprobleme stellen sich ein. Der Mensch opfert sich auf, macht sich Sorgen, fühlt sich ausgeschlossen oder einsam.

Eine Behandlung der Meridiane Magen und Milz begünstigen die oben erwähnten Funktionen.

Die Tugend der Erde ist die Verlässlichkeit.

Das Element Metall / der Herbst

Symbolisch für das Metall ist Rhythmus, Nähe und Distanz, Substanz und Struktur, es verdichtet sich alles. Es wird kälter, die Häuser werden geheizt, es herrscht oft Trockenheit, der Atem raucht, Erkältungen sind nicht selten. Die Lebensstufe ist das Alter, ein innerer Wandel und Rückzug beginnt, die Erfahrungen des Lebens zeigen sich.

Der ausgeglichene Metall-Grundtyp zeichnet sich aus durch ein Urvertrauen ins Dasein. Durchsetzungskraft und Gerechtigkeit sowie ein scharfer Verstand sind seine Qualitäten. Er ist gewissenhaft, diszipliniert, sauber und geschickt. Wichtig sind ihm Klarheit, Reinheit Distanz, Schönheit, Vernunft, Korrektheit, System. Er hat den Blick für das Wesentliche, ist ein analytischer, systematischer, differenzierter Denker.

Ist der Metalltyp unausgeglichen, dann fühlt er sich einsam, er wirkt kalt, hart und zeigt keine Gefühle. Er hat sehr hohe Ideale, ist ein Sauberkeits- und Hygienefanatiker. Es mangelt ihm an Lebenskraft und Vitalität, er hat eine pessimistische Grundeinstellung zum Leben. Atembeschwerden, Husten, Asthma und Hauterkrankungen machen ihm das Leben schwer. Er ist unflexibel und hat keine Strukturen im Alltag.

Die Meridiane Lunge und Dickdarm unterstützen die Metallqualitäten.

Die Tugend des Metalls ist die Gerechtigkeit.

Das Element Wasser / der Winter

Das Element Wasser symbolisiert die Quelle des Lebens. Im Wasser entsteht das Leben. Flüssigkeit, Fliessen und Ruhe charakterisieren die Wandlungsphase Wasser. Die Kälte dominiert. Sich warm anziehen, Wintergemüse essen, Tee trinken, ein wohliges trautes Zusammensein zu Hause, in sich gehen. Die Lebensstufe ist das hohe Alter verbunden mit der Weisheit, der Tod verbunden mit der Zeugung.

Die Stärke eines ausgeglichenen Wasser-Grundtyps ist die kraftvolle Ruhe. Ein starker Lebenstrieb und Willen begleiten ihn. Er ist ruhig, bedächtig, konsequent und ernsthaft. Zudem ist er furchtlos, mutig, neugierig und interessiert. Eine lebendige Sexualität und Libido sind ihm wichtig. Er hat eine aufrechte, entspannte Haltung. Er nimmt das Leben hin wie es ist und akzeptiert es.

Ein unausgeglichener Wassertyp kann depressiv werden, von Angst und innerer Unruhe geplagt sein, energielos, erschöpft und willenlos sein. Sein Gedankenfluss ist gestört, er kann tiefen Hass empfinden. Körperliche Beschwerden können sein: brüchige Gelenke, Knochen, trockene Haut, Blasen- und Nierenprobleme, kalte Hüfte, Knie, Po, Starrheit und Steifheit des Rückens, Sexualstörungen, Schwindel, Ohrgeräusche.

Die Behandlung des Blasen- und des Nierenmeridians fördern ein ausgeglichenes Wassserelement.

Die Tugend des Wassers ist die Weisheit.